Kaum eine Manufaktur verkörpert die englische Pfeifentabak-Kultur so sehr wie Samuel Gawith. Seit über 230 Jahren wird im nordenglischen Städtchen Kendal Tabak geschnitten, gepresst und gereift, teilweise noch auf Maschinen aus dem Gründungsjahr. Wer kräftige Virginias, klassische englische Mischungen oder rauchige Latakia-Blends liebt, kommt an diesem Namen nicht vorbei. In diesem Beitrag erfährst du alles über die Geschichte, die Besonderheiten der Herstellung und die beliebtesten Sorten.
Die Geschichte von Samuel Gawith beginnt 1792
Die Wurzeln der Manufaktur reichen zurück ins Jahr 1792. Damals kehrte Thomas Harrison nach seiner Ausbildung in Glasgow in den Lake District zurück und gründete in Kendal gemeinsam mit einem Partner eine Tabakfabrik, die sowohl Schnupf- als auch Pfeifentabak herstellte. Die dafür verwendete Tabakmühle war schon damals gebraucht, also über Jahrzehnte alt.
Den heute weltbekannten Namen erhielt das Unternehmen erst später. Als Thomas Harrison II. 1841 starb, gelangten seine Firmenanteile über seine Tochter Jane an deren Ehemann Samuel Gawith. Er erwies sich als ausgezeichneter Geschäftsmann und wurde 1864 sogar zum Bürgermeister von Kendal gewählt. Sein Name steht bis heute auf jeder Dose.
Eng verbunden ist die Familiengeschichte mit dem Namen Gawith Hoggarth. Ursprünglich ein Haus, trennten sich die Zweige 1878 im Guten und wurden zu zwei benachbarten, freundschaftlich konkurrierenden Manufakturen. Erst 2015 schloss sich der Kreis wieder: Samuel Gawith und Gawith Hoggarth wurden nach rund 150 Jahren erneut zu einem Unternehmen vereint. Mehr zur Firmenhistorie gibt es beim Hersteller auf gawithhoggarth.ltd und in kompakter Form auf Wikipedia.
Was Samuel Gawith Pfeifentabak so besonders macht
Das Geheimnis dieser Manufaktur liegt in der Konsequenz, mit der an alten Verfahren festgehalten wird. Ein Teil der Maschinen im legendären Kendal Brown House stammt noch aus der Gründungszeit und schneidet und presst die Tabake bis heute. Ein Industriemagazin bezeichnete sie einst als die ältesten noch täglich im Einsatz befindlichen Maschinen ihrer Art.
Besonders charakteristisch ist das aufwendige Pressverfahren bei den Flakes. Beim berühmten Full Virginia Flake etwa werden die Tabake zunächst kalt gepresst, anschließend heiß gepresst und über Nacht abgekühlt. Erst dadurch entstehen die tiefe, dunkle Farbe und der intensive, gereifte Geschmack. Kombiniert mit überlieferten Rezepturen ergibt das ein Sortiment, das unter Kennern eine hohe Reputation genießt.
Die beliebtesten Samuel Gawith Sorten im Überblick
Das Sortiment reicht von puren, naturbelassenen Virginias über klassische englische Mischungen bis zu kräftigen, handgesponnenen Ropes.
Reine Virginia-Tabake
Der Full Virginia Flake ist der Klassiker schlechthin: pur, gepresst, dunkel und ausdrucksstark. Ein Muss für Liebhaber reiner Virginia-Tabake. Etwas milder und langsam abbrennend ist der Best Brown Flake, ein vollkommen naturbelassener Virginia. Wer es golden und sanft süß mag, greift zum Broken Flake Golden Glow.
Klassische englische Mischungen
Der Squadron Leader repräsentiert den traditionellen englischen Stil: dunkle und helle Virginias mit Latakia und Turkish, mittelstark und langsam abbrennend. Kräftiger wird es beim Commonwealth, einer Mischung aus je 50 Prozent Virginia und Latakia, entwickelt zum 200-jährigen Firmenjubiläum. Wer den vollen Geschmack einer Orient-Mischung sucht, ist mit der Skiff Mixture bestens beraten. Eine ganze Auswahl dieser Stilrichtung findest du in der Kategorie Englische Pfeifentabake.
Aromatische Flakes und Blends
Der Navy Flake vereint traditionell gepresste Virginias mit einer Prise Latakia und köstlichem Rum, mittelstark und angenehm aromatisch. Der Bothy Flake überzeugt mit einem rauchig-torfigen Unterton dank einer Highland-Malt-Whisky-Essenz. Die sanfte, fruchtige Seite der Manufaktur zeigt der Celtic Talisman mit dem Duft süßer Kirschen und Vanille, ideal auch für Einsteiger in aromatische Blends. Eine kräftige, geröstete Alternative mit Tonkabohne und Vanille ist der 1792 Flake.
Kräftige Ropes für Kenner
Wer es besonders stark mag, greift zu den handgesponnenen Ropes. Beim Black XX werden dark-fired-Tabake zu einem Strang gesponnen, in Pflanzenöl getränkt und stundenlang im Ofen gebacken. Der Brown No. 4 reift vier Wochen lang in Pressen. Beide sind kräftig im Geschmack und etwas für erfahrene Pfeifenraucher. Eine echte Spezialität mit Perique ist außerdem die Cabbie's Mixture im Curly-Cut.
Für wen eignet sich Samuel Gawith?
Die Bandbreite macht es einfach, den passenden Einstieg zu finden. Wer naturbelassene Virginias sucht, ist mit Full Virginia Flake oder Best Brown Flake bestens beraten. Freunde englischer Mischungen mit Latakia werden bei Squadron Leader und Commonwealth fündig. Und wer aromatische Blends bevorzugt, findet mit Celtic Talisman oder Fire Dance Flake stimmungsvolle Begleiter.
Du magst den englischen Stil, möchtest aber auch andere Manufakturen probieren? Als hochwertige Alternative empfehlen wir die amerikanischen Blends von Cornell & Diehl.
Ein Tipp für Einsteiger: Viele Samuel-Gawith-Sorten, besonders die Flakes und Ropes, sind gehaltvoll und wollen langsam und trocken geraucht werden. Wer die Tabake zunächst etwas antrocknen lässt und in Ruhe genießt, wird mit einem besonders runden Geschmackserlebnis belohnt.
Häufige Fragen zu Samuel Gawith Pfeifentabak
Seit wann gibt es Samuel Gawith?
Die Manufaktur in Kendal geht auf eine 1792 gegründete Tabakfabrik zurück. Den Namen Samuel Gawith trägt sie seit Mitte des 19. Jahrhunderts.
Welcher Samuel Gawith Tabak ist der bekannteste?
Der Full Virginia Flake gilt als das Aushängeschild der Manufaktur und ist einer der bekanntesten Virginia-Flakes weltweit.
Welcher Samuel Gawith eignet sich für Einsteiger?
Milde, aromatische Sorten wie der Celtic Talisman oder ein sanfter Virginia wie Golden Glow sind gute Startpunkte. Die kräftigen Ropes sollten erfahrenen Rauchern vorbehalten bleiben.
Wie raucht man einen Flake richtig?
Am besten lässt man den Flake kurz antrocknen und faltet oder reibt ihn, bevor die Pfeife locker gestopft wird. Langsames Rauchen sorgt für den vollen Geschmack und eine kühle Rauchentwicklung.
Fazit
Samuel Gawith ist gelebte Tabakgeschichte. Die Verbindung aus jahrhundertealten Maschinen, traditionellen Pressverfahren und überlieferten Rezepten macht die Manufaktur aus Kendal zu einer festen Größe für anspruchsvolle Pfeifenraucher. Ob purer Virginia, klassisch englisch oder kräftiger Rope: Das Sortiment bietet für nahezu jeden Geschmack den passenden Blend.
Die gesamte Auswahl an Samuel Gawith Pfeifentabak findest du in unserem Shop. Stöbere durch die Sorten und entdecke deinen persönlichen Favoriten.
Rauchen ist tödlich. Dieser Artikel richtet sich ausschließlich an erwachsene Genussraucher.